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  #11 (permalink)  
Alt 03.05.2009, 14:43
Benutzerbild von pressefotograf
Talker
 
Registriert seit: 09.03.2009
Ort: Geldern
Beiträge: 298
Standard Lass Dich nicht unterkriegen und mach weiter!

Zitat:
Zitat von XeniaII Beitrag anzeigen
warum fotografen untereinder so böse sind... wir sollten uns doch helfen
-ZITAT aus einem geschlossenen Thread-

Ist schon lustig hier, genau diese Frage habe ich mir in meiner langen Berufslaufbahn als Fotograf (ja ich darf mich sogar so nennen) auch immer wieder gestellt. Mittlerweile glaube ich, dass manche das Wörtchen "Graf" in der Berufsbezeichnung durch Ihren egomanen Charakter etwas zu wörtlich nehmen und das Ganze in ihr Verhaltensmuster übernehmen. Neid und Missgunst spielen dabei wohl auch noch eine große Rolle. Der Markt jedoch funktioniert ganz einfach, ich habe in den vielen Jahren meiner Tätigkeit Kollegen kommen und gehen sehen. Diejenigen, die blieben haben sich durch ihre Qualität behauptet und nicht durch den Bildpreis. Der ist in den Jahren mal niedriger und mal höher gewesen. Es gab immer Kollegen, die billig anboten und sogar Dumpingpreise machten um ihre Fotos zu verkaufen. Mit solchen Gegebenheiten sollte man umgehen können. Und wer solche Fotomärkte fürchtet, macht einfach nur irgendwas falsch. Und ich kann auch ruhigen Gewissens sagen, dass ich von manchen dieser Kollegen auch was lernen konnte. Was überlasse ich jetzt Eurer Phantasie. Wenn sich jemand z.B. nicht in der Lage sieht für Mircos zu produzieren, dann sollte er seinen Workflow neu organisieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass bei den Egomanen natürlich der Preis deshalb eine große Rolle spielt, weil Sie den Bildpreis gleichsetzen mit ihrem Können und den das Können auf den Bildpreis projezieren müssen. Beim Anbieten von billigen Fotos würde halt das charakterlich begründete, krankhaft übertriebene Selbstwertgefühl leiden.

Geändert von pressefotograf (03.05.2009 um 14:47 Uhr).
  #12 (permalink)  
Alt 03.05.2009, 15:10
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Beiträge: 899
Standard

Wobei, ich kann die alt eingesessenen Fotografen schon verstehen. Die haben noch vor einigen Jahren vielleicht 200-300 Euro pro Bild kassiert und jetzt kommen Agenturen wie fotolia & Co. und bieten Bilder für Dumpingpreise an.

Jetzt stellt sich halt die Frage, wie man mit dieser Situation umgeht. Aber den alten Zeiten hinterher trauern oder nach Sündenböcken zu suchen bringt doch nix. In anderen Branchen ist es doch nicht anders. Wer hätte schon gedacht, dass Ingenieure eines Tages bei Personalschiebern oder auf neudeutsch "Ingenieurbüros" für Dumpingpreise bei den großen Unternehmen wie Daimler & Co. ihre Dienste leisten werden? Und wer ist jetzt schuld? ...Die Ingenieure? Die Personalschieber? Die Politiker (SPD)? Die Unternehmen wie Daimler & Co.? Oder wir alle, denn Geiz ist Geil?!

Geändert von Bedde (03.05.2009 um 18:17 Uhr).
  #13 (permalink)  
Alt 03.05.2009, 17:51
Profi Talker
 
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Beiträge: 645
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Zitat:
Zitat von pressefotograf Beitrag anzeigen
-Beim Anbieten von billigen Fotos würde halt das charakterlich begründete, krankhaft übertriebene Selbstwertgefühl leiden.
Abgesehen davon, daß man diese Aussage auch sehr leicht umdrehen könnte...

Von welcher "Seite" kommen denn hier nun fortlaufend persönliche Angriffe ?

Egal, das war (für die nächste Zeit jedenfalls) mein letztes Posting hier, hab endgültig genug von diesem Kindergarten! (Alle weiteren Kommentare die mir auf der Zunge liegen erspare ich mir hiermit.)
__________________

  #14 (permalink)  
Alt 03.05.2009, 18:03
Talker
 
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Schließe mich ManfredG inhaltlich an
  #15 (permalink)  
Alt 03.05.2009, 19:16
Gesperrt
 
Registriert seit: 02.08.2007
Beiträge: 268
Standard

Zitat:
Zitat von gerhard57 Beitrag anzeigen
Schließe mich ManfredG inhaltlich an
gerhard,dies ist beileibe kein Wunder,daß Du Dich ManfredG INHALTLICH anschliessen willst.

Allerdings sind diese Inhalte sehr klärungsbedürftig.

Wenn jemandem andere Meinungen nicht passen gleich das (ganze) Forum zum Kindergarten zu erklären ist
sehr durchsichtig,oder hat es einen Inhalt ?

lg Johann
  #16 (permalink)  
Alt 03.05.2009, 20:27
Benutzerbild von pressefotograf
Talker
 
Registriert seit: 09.03.2009
Ort: Geldern
Beiträge: 298
Standard

Zitat:
Zitat von ManfredG Beitrag anzeigen
Abgesehen davon, daß man diese Aussage auch sehr leicht umdrehen könnte...

Von welcher "Seite" kommen denn hier nun fortlaufend persönliche Angriffe ?
Ich wüsste nicht das ich hier jemanden persönlich angegriffen hätte. Ich habe von meinen Erfahrungen in der Berufslaufbahn gesprochen. Dort lernte ich eben dieses Klientel an Kollegen kennen. Wem dieser Schuh passt, bitteschön. Ich käme jedoch nicht auf den Gedanken einem Kollegen Betrug zu unterstellen, weil er versucht seine Fotos billig zu verticken. Das nenne ich persönlichen Angriff.
  #17 (permalink)  
Alt 04.05.2009, 09:01
Benutzerbild von creinhardt
Small Talker
 
Registriert seit: 10.04.2009
Ort: Hilders
Beiträge: 46
Standard

@ Gina

Ich kann ja einen Teil deiner Standpunkte Durchaus Nachvollziehen Obwohl Ich sie sehr Kritisch sehe .

Auch die Art und Weise in der hier insbesondere 2 User Ihren Standpunkt ohne sich die Mühe zu Machen Schlüssig zu Argumentieren durchtrampeln darf kritisch gesehen.

Letztendlich beruht euer Streit aber auf unterschiedlichen Blickwinkeln.

Ich möchte dier das gerne mit Zwei Beispielen Plausiebel machen
die dir hoffentlich das Verständnis des Grundproblems erleichtern.

Wie denkst du über Brandrodung im Tropischen Regenwald?
Und wie wird wohl der Arme Bauer der sich so in den nächsten Tag rettet darüber denken?

Wie denkst du über Überfischung der Weltmeere mit Treibnetzen?
Und wie Argumentiert wohl der Unternehmer der mit diesen Treibnetzen zu Reichtum gelangt?

Deine Sichtweise ist so das die Microstocs dir zusätzlichen Umsatz bringen.
Eine Durchaus richtige Erkenntnis!
Aber wie Weitsichtig ist die ? Wie gut kennst du die Käufer deiner Bilder ?
Was weist du über deren Suchverhalten?

Die Vermutung das der Käufer der Macros früher oder Später weil er nicht das Gesuchte oder aus Kostendruck das gesuchte nicht zum gewünschten Preis findet nach weiteren als den gewohnten Agenturen sucht und auf die Micros Stößt ist ja nicht von der Hand zu weisen.
Wie die Reaktion auf diese anderen Anbieter ausfällt hängt nicht nur vom Preis sondern auch von der gebotenen Leistung ab.

Macht der Käufer die Beobachtung das er bei den Micros zwar billigere aber dafür auch "schlechtere" Bilder findet wird er die Agentur bei der er sucht je nach bedarf auswählen und wir haben eine Marktsegmentierung.

Wird er bei den Micros günstiger die selbe / vergleichbare Qualität erhalten ist eine dauerhafte Verhaltensänderung hin zu einem Suchen nur noch bei den Micros zu erwarten.
Kannst du dir dieses Verhalten der Käufer längerfristig wirklich leisten ?

Im Grunde genommen haben hier doch alle das selbe Interesse und zwar Ihre Arbeit so gut wie möglich Honoriert zu bekommen.
Die Frage ist doch im Grunde genommen nur die der Nachhaltigkeit.


mfg christian
  #18 (permalink)  
Alt 04.05.2009, 09:31
No Talker
 
Registriert seit: 19.12.2007
Ort: Wiesbaden
Beiträge: 29
Standard

Man kann es drehen wie man will, es findet sich in diesem oder jenem anderen thread kein Satz, der besagt, dass einem Kollegen Betrug unterstellt wurde, weil er/ sie versucht seine/ ihre Fotos billig zu “verticken”. Es wurde lediglich die Meinung geäussert, dass es nicht redlich ist, identische Fotos einerseits für’n Appel und ein Ei zu “verticken” und anderseits das gleiche Foto für einen mehrstelligen (vor dem Komma) Betrag im Shop nebenan anzubieten. Und dies im Zusammenhang mit der Ankündigung des Konkurses einer Bildagentur nach 12 Jahren Geschäftstätigkeit, die die Pleite explizit auf den "Druck" seitens der "Micros" zurückführte.

Es ging um diese Meinung. Aber einige scheinen sich schwer damit zu tun, andere als die von ihnen bevorzugten Meinungen zur Kenntnis zu nehmen und zu durchdenken.

(Der Versuch der “Widerlegung” dieser Meinung war so lau, dass es sich nicht lohnt, darauf einzugehen. Falls man hier einmal einen Thread zum Thema Butterpreis bei Lidl aufmacht, liesse sich vielleicht mehr dazu sagen.)

Kunden sind erbost und Agenturen verärgert, wenn sie sich durch derartige Praktiken übervorteilt und betrogen fühlen. Wer dies einmal hautnah miterlebt hat, weiss, dass beide, Kunde wie Agentur, sich in so einer Situation in einem anderen Ton ausdrücken, als er hier gepflegt wird.

Weiter oben wurde korrekterweise auf Bildpreise von mehreren Hundert Euro pro Bild verwiesen, allerdings verbunden mit dem Hinweis auf vergangene Zeiten. Nun, solche Honorare werden auch heute noch für Stockphotos gezahlt. Sicherlich nicht nur und nicht immer, aber dennoch so häufig, dass man dies als regelmässig bezeichnen kann, wie ein Blick auf die mir im Detail bekannten Honorarabrechnungen bezeugen.

In einem anderen Beitrag wurde kurz, präzis und auf den Punkt formuliert: "Diejenigen, die blieben haben sich durch ihre Qualität behauptet" (…. Im Bezug auf andere in diesem Beitrag gemachten Aussagen, werter Herr Kollege, würde es von einem gesunden Selbstwertgefühl und Charakter, auch von Qualität, zeugen, würde man diese Aussagen noch einmal überdenken und gegebenfalls kritisch redigieren…)

Warum müssen sich nun aber soviele Fotografen, die zum Teil hochqualitatives Fotomaterial anbieten, mit Pfennigbeträgen aus Subscriptions-Modellen knurrend (siehe all die threads zu Fotolia etc. in diesem Forum) zufrieden geben, die vor allem die Taschen der Betreiber füllen? (In der Ideologie der in einem Beitrag erwähnten Gesellschaftsutopie nennt man das wohl Ausbeutung.) Warum bleibt ihnen trotz fotografischer Kreativität der Zugang zu Agenturen, die existenzsichernde Honorare zahlen, versperrt?

Es gibt sicherlich verschiedene Gründe, warum erfolgreiche "Makroagenturen", und davon gibt es mehr als die hier oft erwähnten Getty, Corbis etc., die Messlatte so hoch gelegt haben. Das Űberangebot an Bildmatereial gehört dazu. Einige Agenturen, die zu Analogzeiten eine feste Grösse waren, haben den Trend verpasst und kämpfen mit dem Aufbau digitaler Bilddatenbanken und der korrekten Serverkonfiguration (wobei es ihnen noch besser erging als jenen Bildagenturen, die ich vor 20 Jahren mit Dias und Negativen belieferte und die in der Zwischenzeit übernommen worden oder verschwunden sind, so dass deren Namen -von ZEFA vielleicht abgesehen - jüngeren Fotografen kaum etwas sagt.) Und dann gibt es jenes Problem, das der Ausgangspunkt dieses Disputs war und das diese Agenturen so scheuen wie der Teufel das Weihwasser und deshalb den Kreis der Fotolieferanten überschaubar und unter Kontrolle halten.

Ich kenne keine renommierte Bildagentur in Deutschland, Europa oder Űbersee, die es tolerieren würde, identisches Bildmaterial gleichzeitig im Tiefstpreis- und im Hochpreissegment anzubieten. Häufig wird dies per Vertrag sogar ausdrücklich ausgeschlossen. Dass es gegebenfalls Agenturen gibt, die dies anders handhaben, ändert nichts an der Dominanz ersterer Geschäftspraktik. Und dass einige "Grosse" in den Diskount-Bereich expandieren, ist Tatsache, aber auch ein anderes Thema.

Zweifelsohne bieten Tiefstpreisagenturen für Fotografen eine Möglichkeit, ihre Bilder auf den Markt zu bringen. Für einige, siehe die "Yuri-Story", sogar eine lukrative. Nur sollte man nicht vergessen, dass hinter dem Phänomen Yuri eine Manufaktur steht und dass, zweitens, dieser Pfad eng, steil und z.T. bereits schon wieder zugewachsen ist. Wer Fotografie als ernsthafte wirtschaftliche Beschäftigung oder sogar als Existenzgrundlage betreibt (betreiben möchte), sollte sich beizeiten über die Klassifizierung seines Bildmaterials Gedanken machen und dies langfristig beibehalten. Ein "sowohl als auch" birgt viele Risiken, Regressforderungen eingeschlossen.

Ich erwarte keinen Konsenus zu diesen Zeilen, aber vielleicht regt es denen oder anderen an, sich zurückzulehnen und die Problematik einmal mit einer anderen Optik zu betrachten.

Zuletzt etwas zu der Bemerkung "Kindergarten", mit der sich ein in seinem Spezialgebiet anerkannter Fotograf aus dieser Diskussion/ aus dem Forum verabschiedet hat. Meine Erinnerungen an meine Zeit und die meiner Kinder im Kindergarten sind etwas verblasst, so dass ich nicht sagen kann, inwiefern dieser Vergleich zutreffend ist. Auffallend ist jedoch, dass der eine oder andere Beitrag persönliche Reife vermissen lässt.

Geändert von Georg (04.05.2009 um 09:53 Uhr).
  #19 (permalink)  
Alt 04.05.2009, 10:04
Benutzerbild von TeaTime
Admin
 
Registriert seit: 25.09.2007
Ort: Itzehoe
Beiträge: 1.796
Standard

Zitat:
Zitat von Georg Beitrag anzeigen
Man kann es drehen wie man will, es findet sich in diesem oder jenem anderen thread kein Satz, der besagt, dass einem Kollegen Betrug unterstellt wurde, weil er/ sie versucht seine/ ihre Fotos billig zu “verticken”.

Sorry, Dir widersprechen zu müssen, aber Du selbst schriebst im Thread "Wieder eine BA weniger" an Gina folgendes: "
Was würdest Du unter dem Begriff des »Űbervorteilens », um nicht das unschöne Wort « Betrug » zu verwenden, in diesem Zusammenhang verstehen ?"

Du sagst es zwar nicht direkt, schränkst aber dennoch ein, dass Du es meinst. Letztendlich kommt es darauf an, wie der oder die Angesprochene es liest. Und was Gina gelesen hat, das wissen wir.

Zitat:
Es wurde lediglich die Meinung geäussert, dass es nicht redlich ist, identische Fotos einerseits für’n Appel und ein Ei zu “verticken” und anderseits das gleiche Foto für einen mehrstelligen (vor dem Komma) Betrag im Shop nebenan anzubieten. Und dies im Zusammenhang mit der Ankündigung des Konkurses einer Bildagentur nach 12 Jahren Geschäftstätigkeit, die die Pleite explizit auf den "Druck" seitens der "Micros" zurückführte.
Es kann doch aber nicht an den Fotografen liegen, wenn eine Bildagentur wirtschaftlich nicht mehr über die Runden kommt. Dass auch ich es, wie Du, zumindest bedenklich finde, die gleichen Bilder einmal für Kohle und gleichzeitig für'n Appel und'n Ei anzubieten, ist in dem Zusammenhang doch irrelevant. Und ob das die Gründe für die Aufgabe sind, können wir auch nur raten.

Zitat:
Es ging um diese Meinung. Aber einige scheinen sich schwer damit zu tun, andere als die von ihnen bevorzugten Meinungen zur Kenntnis zu nehmen und zu durchdenken.
Das gilt aber auch für beide Seiten.

Zitat:
Warum müssen sich nun aber soviele Fotografen, die zum Teil hochqualitatives Fotomaterial anbieten, mit Pfennigbeträgen aus Subscriptions-Modellen knurrend (siehe all die threads zu Fotolia etc. in diesem Forum) zufrieden geben, die vor allem die Taschen der Betreiber füllen? (In der Ideologie der in einem Beitrag erwähnten Gesellschaftsutopie nennt man das wohl Ausbeutung.) Warum bleibt ihnen trotz fotografischer Kreativität der Zugang zu Agenturen, die existenzsichernde Honorare zahlen, versperrt?
Erklärungsversuch:

  1. Die hochpreisigen nehmen keine Amateure, die nicht wenigstens alle drei Monate (Beispiel) mehr als einhundert neue exzellente BIlder liefern können.
  2. Die Billigagenturen nehmen alles auf, was nur ansatzweise eine Kamera halten kann und damit auch einigermassen brauchbare Ergebnisse erzielt. Denen ist egal, ob sie am anderen Ende einen Amateur oder Profi sitzen haben.
  3. Eine professionelle Agentur hat in der Regel einen guten Namen, gute Kunden und gute Fotografen. Alle Seiten wissen, was sie erwartet, wenn sie dort kaufen. Die Rechte sind geklärt und die Fotografen halten sich i.d.R. auch an gemachte Absprachen (z.B. Exklusivität). Besonders bei letzterem bin ich nicht bereit zu glauben, dass das bei allen Amateuren so sicher ist. Ich habe schon mehrere Male gehört, dass einige sich als Exklusive bei Fotolia angemeldet haben, aber gleichzeitig über dem Teich auch anbieten - eine meiner Meinung nach sehr gefährliche Konstellation.
Der weiterer Punkt: immer mehr Profis bieten ihre mit hohem Aufwand und Kosten entstandenen Bilder auch bei Micro-/Macrostockagenturen an, weil der Markt bei den hochpreisigen Agenturen wegzubrechen droht und diese Kollegen natürlich auch Existenzsorgen quälen.

Nur ein Erklärungsversuch - mehr nicht.
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  #20 (permalink)  
Alt 04.05.2009, 10:12
Benutzerbild von TomRohwer
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Standard

Zitat:
Zitat von Georg Beitrag anzeigen
Man kann es drehen wie man will, es findet sich in diesem oder jenem anderen thread kein Satz, der besagt, dass einem Kollegen Betrug unterstellt wurde, weil er/ sie versucht seine/ ihre Fotos billig zu “verticken”. Es wurde lediglich die Meinung geäussert, dass es nicht redlich ist, identische Fotos einerseits für’n Appel und ein Ei zu “verticken” und anderseits das gleiche Foto für einen mehrstelligen (vor dem Komma) Betrag im Shop nebenan anzubieten.

"Nicht redlich" bedeutet "unredlich", und unredlich ist laut Duden ein anderes Wort für "
betrügerisch, geheuchelt, heuchlerisch, unaufrichtig, unecht, unehrlich; (geh.): arglistig, unwahrhaftig; (bildungsspr.): hypokritisch; (abwertend): falsch, ..."

Zitat:
Und dies im Zusammenhang mit der Ankündigung des Konkurses einer Bildagentur nach 12 Jahren Geschäftstätigkeit, die die Pleite explizit auf den "Druck" seitens der "Micros" zurückführte.
Zitat:

Es ging um diese Meinung. Aber einige scheinen sich schwer damit zu tun, andere als die von ihnen bevorzugten Meinungen zur Kenntnis zu nehmen und zu durchdenken.

Es ist aber hoffentlich doch noch erlaubt, eben auch anderer Meinung zu sein.

Zitat:
Kunden sind erbost und Agenturen verärgert, wenn sie sich durch derartige Praktiken übervorteilt und betrogen fühlen. Wer dies einmal hautnah miterlebt hat, weiss, dass beide, Kunde wie Agentur, sich in so einer Situation in einem anderen Ton ausdrücken, als er hier gepflegt wird.

Das ist zunächst mal das Problem von Kunden und Agenturen. Einem Fotografen kann ich vorwerfen, daß er sich vertragswidrig verhält - wenn er dies tut. Wenn die Verträge etwas zulassen, das sich als geschäftlich unvorteilhaft erweist, sollte man die Verträge ändern - oder die Vertragspartner wechseln.


Zitat:
Warum müssen sich nun aber soviele Fotografen, die zum Teil hochqualitatives Fotomaterial anbieten, mit Pfennigbeträgen aus Subscriptions-Modellen knurrend (siehe all die threads zu Fotolia etc. in diesem Forum) zufrieden geben, die vor allem die Taschen der Betreiber füllen?
Weil sie diese Agenturen beliefern und ihre Verträge unterschrieben haben.

Niemand zwingt irgendeinen Fotografen dazu, seine Bilder über Fotolia zu vermarkten. Wenn er es macht, muß er die Konditionen von Fotolia akzeptieren - oder bessere aushandeln, wenn er überzeugende Argumente hat, bessere zu verlangen. Ich wette, daß Yuri Acurs keine halbe Stunde bräuchte, um von Fotolia einen 10prozentigen Honoraraufschlag für sich herauszuhandeln - es würde Fotolia weh tun, wenn er nicht mehr bei Fotolia präsent wäre.

Zitat:
Warum bleibt ihnen trotz fotografischer Kreativität der Zugang zu Agenturen, die existenzsichernde Honorare zahlen, versperrt?
Weil die "fotografische Kreativität" nur 25 Prozent der Kriterien darstellt, die ein professioneller Agenturfotograf bei "Macro-Stock"- oder "Dienstbild"-Agenturen zu erfüllen hat.


Zitat:
Ich kenne keine renommierte Bildagentur in Deutschland, Europa oder Űbersee, die es tolerieren würde, identisches Bildmaterial gleichzeitig im Tiefstpreis- und im Hochpreissegment anzubieten.
Was übrigens nicht ganz richtig ist... Gerade renommierte, nicht-mikrostockige Bildagenturen kennen oft ein "doppeltes Preismodell".

Das sieht dann so aus, daß der Kunde für ein Foto, daß er sich selbst online aus der Bilddatenbank der Agentur sucht, nur einen Bruchteil dessen bezahlt, was er bezahlen muß, wenn er die Agentur suchen lässt. Denn für Bildrecherche sind Stundensätze von 50 Euro durchaus nicht unüblich. Und unterschiedliche Preise gibt es ohnehin - ein einfaches Nutzungsrecht ist viel billiger als ein ausschließliches. Unterschiedliche Preise gibt es also durchaus, sie finden nur a) auf höherem Niveau statt und b) steckt eine andere Begründung dahinter.

Ganz grundsätzlich kann ich aber den ganzen Streit nicht wirklich nachvollziehen.

Verschiedene Leute haben verschiedene Geschäftsmodelle. Das ist legitim, und ebenso ist es eine simple Tatsache, daß verschiedene Leute unterschiedlich erfolgreich sind.

"Die Leute müssen aber 85 Cent für ein halbes Pfund Butter bezahlen, weil ich als Bauer sonst nicht überleben kann!" ist indessen kein "Argument", sondern einfach nur Unfug.

"Die Leute" müssen gar nichts. Schon gar nicht irgendwem irgendwas abkaufen.
Der Dienstleister ist dazu da, Dienst zu leisten. Der Kunde hat keine Verpflichtung, den Dienstleister am Leben zu erhalten.

"Die Leute müssen 85 Cent bezahlen - sonst kann ich als Bauer nicht existieren!" ist im übrigen nur der erste Schritt auf dem Weg zu "Die Leute müssen monatlich 3 Pfund Butter pro Kopf kaufen - sonst kann ich als Bauer nicht existieren!"

Der "Bildermarkt" ist seit Jahrzehnten das Beispiel eines sehr freien, gut funktionierenden Marktes. Er hat keine staatlich oder ständisch reglementierten Zugänge, und die Abnehmer orientieren sich viel mehr als in anderen Branchen an der Qualität und dem Preis des Angebots. Wer als Abnehmer nur auf den Preis schaut, wird unter Umständen irgendwann feststellen, daß er sich damit unangenehme Probleme schafft - vielleicht aber auch nicht, dann ist der Preis für ihn eben wirklich das einzige Kriterium. Wer als Abnehmer nicht auf den Preis schaut, wird unter Umständen irgendwann feststellen, daß er sich in die roten Zahlen gewirtschaftet hat.

Nichts neues unter der Sonne.
__________________
"Kopf oder Rumpf als abgetrennte Teile des Körpers gelten als Leiche." (§ 2 Gesetz über das Leichen-, Bestattungs- und Friedhofswesen des Landes Schleswig-Holstein) -- me and myself at deviantart
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