In Hongkong ist gestern im Alter von 67 Jahren der niederländische Fotograf und Reporter
Hubert ("Hugh") van Es gestorben.
Van Es dürfte vielen zwar wohl nicht vom Namen her, aber sicher von manchen seiner Bilder her bekannt sein. Zur Ikone der Geschichte des Indochina-Krieges wurde zum Beispiel sein UPI-Foto von einem der letzten US-Hubschrauber, zu dem während der Evakuierung von Saigon 1975 amerikanische CIA- und Botschaftsmitarbeiter über eine Leiter zum Dach eines Gebäudes hochklettern, auf dem der Hubschrauber steht. (Es wurde fälschlich meist als "Evakuierung der US-Botschaft" bezeichnet, in Wirklichkeit handelt es sich um ein Gebäude der CIA nahe der Botschaft.)
Einen dreisten Coup, der mich bis heute beeindruckt, schaffte van Es am 27.Dezember 1979 beim Einmarsch der sowjetischen Armee in Afghanistan. Der Fotograf war für die Agentur "Gamma" nach Kabul geflogen, in einem Linien-Flugzeug zusammen mit Dutzenden anderer westlicher Journalisten der verschiedensten Medien.
Sicherheitskräfte fingen die Reporter bei der Einreise ab und schickten sie mit derselben Maschine gleich wieder zurück - ausgenommen Hubert van Es...
Der Fotograf hatte sich lautstark und geweigert, Kabul wieder zu verlassen, und damit die afghanischen Sicherheitskräfte so irritiert, daß sie ihn in einem Hotel in Kabul arretierten. Der Arrest war allerdings nicht sonderlich gut bewacht, van Es verließ das Hotel durch den Hinterausgang und fotografierte die sowjetischen Invasionstruppen in der afghanischen Hauptstadt. Einen Tag später tat er dann so, als würde er "klein beigeben" und ließ er sich - mit seinen belichteten Filmen - aus Afghanistan abschieben...
( http://tinyurl.com/q64xy3 , http://www.n-tv.de/1154961.html , http://tinyurl.com/oq2u3j )